Ledigenheim Rehhoffstraße

Das 1912 erbaute Ledigenheim, Wohnheim für alleinstehende Männer, Denkmal der Hamburger Kultur- und Sozialgeschichte und Kulturort in der südlichen Neustadt ist heute das letzte seiner Art in Hamburg. Das Heim für alleinstehende Männer mit seinen 112 Zimmern, großzügigen Gemeinschaftsräumen, seinem Speise- und Lesesaal, dem Kulturraum und dem Pförtner, der auch für die Nachbarschaft ein offenes Ohr hat, ist eine gewachsene Institution im Alltag der Neustadt. Im Laufe vieler Jahrzehnte lebten hier Seemänner, Hafenarbeiter und Monteure unter einem Dach und vielfach ein Leben lang. So hat sich hier ganz von selbst ein Mehrgenerationenprojekt im Herzen der Stadt entwickelt.

Die Einrichtung ist jedoch jahrelang vernachlässigt worden und war dadurch in den letzten Jahren in ihrem Bestehen stark gefährdet. Dabei hat die Idee der Ledigenheime, Alleinstehenden und Durchreisenden ein Leben ohne Not und ein behütetes Zuhause in familienähnlichen Strukturen zu ermöglichen, an Aktualität nicht verloren. Gerade angesichts der vielen wohnungssuchenden Menschen und der explosionsartig ansteigenden Mietpreise in Hamburg sind der Erhalt und die Schaffung von bezahlbarem, innerstädtischem Wohnraum heute nötiger denn je.

Als nachbarschaftliche Initiative Ros setzen wir uns seit 2011 gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern, der Hamburger Politik und Verwaltung, Nachbarn, Bewohnern und Organisationen für den Erhalt dieser einzigartigen sozialen Institution ein. 2013 haben wir daher begonnen Spenden für den Erhalt des Denkmals zu sammeln.

Mit Hilfe der großzügigen Unterstützung vieler Hamburgerinnen und Hamburger war es schließlich möglich das Ledigenheim vor der Auflösung zu retten und erfolgreich in die Gemeinnützigkeit zu überführen. Das Hamburger Denkmal konnte dem damaligen Eigentümer, einem Immobilienfonds, abgekauft und in die neu gegründete Stiftung Ros überführt werden. Seit 2017 ist die Stiftung somit Eigentümerin und Betreiberin des Ledigenheims in der Rehhoffstraße und stellt sicher, daß das historische Wohnheim auch in Zukunft alleinstehenden Männern als zentrum- und hafennahes Zuhause und Ort des Stadtteillebens- und der Stadtteilkultur dienen kann.

Als nächste große Herausforderung steht die umfangreiche Sanierung des Denkmals bevor. Hierfür wurden von der Stadt Hamburg, dem Bund und privaten Stiftungen bereits großzügig Mittel zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung soll in den nächsten Jahren erfolgen.
Gegenüberstellung - Früher & Heute